»Der Hamburger Grafiker Tobias Krejtschi, der „Die Brück am Tay“ für die verdienstvolle Reihe „Poesie für Kinder“ des Kindermann Verlags illustriert hat, zeigt die Hexen mit Fisch- und Fuchsmaske, eine trägt eine Vogelmaske wie ein Pestdoktor. (…) Krejtschi weiß, wie man Spannung auf die Spitze treibt. Er spielt mit Licht und Schatten, der Regen schneidet vertikal durchs Bild. Noch einmal sind die Hexen zu sehen, nun triumphierend. Der Zug hat sein nasses Grab im lilablauen Fluss gefunden, und im Abspann wird vorgeführt, wie das alles unters Volk gekommen sein könnte.«
»Bilderbuch-Künstler Tobias Krejtschi nimmt sich nach seinen Bibel-Illustrationen einen gänzlich anders gestalteten Stoff der Weltliteratur vor und weiß ihn gewohnt genial zu bebildern: Seine im violetten Dämmerlicht agierenden Hexen tragen unheimliche, teils an das Steampunk-Genre erinnernde Masken, aber auch allerlei der Natur entnommene, schaurige Accessoires, womit auf das Grundthema des Textes verwiesen wird, das heute so aktuell ist wie zur Zeit seines Erscheinens: Der Irrglaube der Menschen, mithilfe der Technik alles beherrschen zu können.«
Seitenweise Kinderliteratur (STUBE)
»Um Kindern den Inhalt dieser Ballade nahezubringen, hat Tobias Krejtschi eindrucksvolle Bilder geschaffen, die auch ohne weitere Erklärungen genau vor Augen führen, worum es inhaltlich in dieser Ballade geht. Absolut empfehlenswert!«
»Nuancenreiches Lila belebt Theodor Fontanes Ballade Die Brück‘ am Tay rund um ein Unglück in Schottland, als 1879 eine Eisenbahnbrücke einstürzt und der topmoderne Schnellzug zahlreiche Passagiere in den Tod reißt, während daheim die Wartenden vergeblich hoffen. Der Stolz auf den technischen Fortschritt und das Streben, Grenzen immer wieder neu auszuloten, stoßen auf Widerstand – im Verborgenen brodeln Zauberkessel und rätselhafte Gestalten, halb Tier, halb Mensch, hecken Düsteres aus. Wer sagt wann wem: Es reicht? Das ist fantastisch-überbordend und mit Wehmut visualisiert von Tobias Krejtschi. Sein zweiter Fontane-Streich!«
»Mit dieser ganz wunderbaren illustrierten Aufarbeitung wird der Text Kindern zugänglich gemacht. Und sie verstehen sowieso, dass da drei Hexen am Werk sind, die sagen: „Tand, Tand ist das Gebilde von Menschenhand.“ Ein Unglück geschieht, das den Kampf zwischen Natur und Technik zeigt.«
»Ein weiteres sehr gelungenes Buch in der „Poesie für Kinder“ Reihe. So kann man Kinder für das Literatur für Kinder begeistern und ihnen große Klassiker näher bringen. Perfektioniert wird die Ballade durch einzigartige, tief gehende Illustrationen, die bewegen.«
»Die bekannte Ballade ist wichtiger Bestandteil der literarischen Tradition des magischen Realismus und unterläuft eine blauäugige Fortschrittsbegeisterung, die gerade in den letzten Jahrzehnten angesichts immer gravierenderer Probleme und einer zunehmenden Hilflosigkeit des Menschen der Natur gegenüber wieder aktueller denn je geworden ist. Tobias Krejtschi nimmt diese hybride Atmosphäre in seinen Illustrationen auf. Seine digital bearbeiteten flächenhaften Zeichnungen zeigen naturalistische, wenn auch überzeichnete Charaktere in doch fast fotorealistisch schematisierten Technikwelten. Diesen gegenüber stehen die magischen Urwesen, die halb tierische Urformen, teils technische Schreckensgestalten das Vormenschliche gleichermaßen symbolisieren wie die Monster, die erst durch Menschenhand erschaffen werden. Dazu kommen verschiedene Einflüsse in den Darstellungstraditionen des 19. Jahrhunderts, die technizistische, kolonialistische, aber auch romantisch-magische Motive miteinander verbinden. Das vorliegende Bilderbuch stellt sich damit als eine innovative, aber ausgesprochen gegenstandssensitive Verarbeitung des alten Stoffes dar. Sehr zu empfehlen.«
»Tobias Krejtschis collageartige Illustrationen unterstreichen das unheimliche Ambiente des Textes und versetzen den Leser in schieren Horror. Ein Buch, dessen komplexer Gehalt sich beim wiederholten Lesen und Betrachten immer mehr eröffnet – und das betroffen macht.«
Kinder- und Jugendmedien Bern-Freiburg
»Die Brück‘ am Tay wird trotz der leicht veralteten Sprache durch die klaren, sprechenden und dabei symbolreichen Illustrationen Tobias Krejtschis so gut für Kinder verständlich gemacht, dass nicht nur Erwachsene mit einer Vorliebe für Klassiker ihre Freude daran haben und dass Kinder die Tragik des Geschehens begreifen, ohne völlig davon überfordert zu werden. Wunderbar!«