Stimmen zur Leseförderung

Zum bevorstehenden Schulstart haben wir Stimmen zum Thema Leseförderung eingeholt: Was macht Leseförderung aus und warum ist sie so wichtig?

Tobias Krejtschi, Illustrator:
«Leseförderung beginnt nicht erst mit dem Lesen von Buchstaben – sie beginnt mit dem Entdecken von Bildern, dem Staunen und dem gemeinsamen Erzählen. Bilderbücher öffnen Türen zur Sprache und schaffen Räume für Fantasie. Mit meinen Veranstaltungen möchte ich genau dort ansetzen: Kinder früh für Geschichten begeistern und so die Grundlage für eine lebenslange Lesefreude legen.»

Christine Paxmann, Herausgeberin der Fachzeitschrift Eselsohr:
«Lesen eröffnet die Möglichkeit, andere Lebenswelten kennenzulernen. Einfacher kann man Toleranz nicht trainieren. Deshalb ist Leseförderung ein gesellschaftlicher Auftrag, ein must have und kein nice to have.»

Willi Weitzel, Reporter und Autor:
«Als Kind habe ich mir mit dem Lesen ziemlich schwer getan. Bücher zu lesen hielt ich für Zeitverschwendung. Ich dachte immer: «Was könnte ich alles in der Zeit spielen und tun, in der ich ein Buch lese.» Dann aber, eines Tages, wurden meine Augen auf der ersten Seite eines Buches von den Worten gefangen. Was heißt meine Augen wurden gefangen? Ich, der Willi, wurde von der Geschichte gefangen und fast hundert Seiten lang in ein Abenteuer hineingezogen. An diesem Tag entdeckte ich das Lesen von Büchern als spannendes Hobby. Seit dem habe ich fast immer ein Buch neben meinem Bett liegen. Für alle, die trotzdem von dicken Büchern abgeschreckt sind, habe ich einen heißen Tipp: Probiert es mal mit einem dünnen Bilderbuch. So eins habe ich gerade geschrieben, «Peter, Paul und der Wolf», illustriert von meiner lieben Kollegin Anne-Kathrin Behl. Falls dich jedoch so ein dünnes Bilderbuch auch nicht locken kann, habe ich einen noch heißeren Tipp: Im Bilderbuch «Peter, Paula und der Wolf» ist ein QR-Code versteckt. Wenn du ihn aktivierst, lese ich dir das Buch automatisch vor. Das ist quasi Leseförderung für Anfängerinnen und Anfänger. Ach und noch was: Wenn du dich bis hierher durch meine Zeilen hindurchgelesen hast, gratuliere ich dir, denn dann hast du schon fast ein halbes Buch gelesen, das entspricht quasi der Leseförderung für Fortgeschrittene!»

Maike Storf, Projektleitung Sprach- und Leseförderung bei LesArt, dem Berliner Zentrum für Kinder- und Jugendliteratur:
«Leseförderung begleitet Lernende in die Welt der Bücher und Geschichten. Sie lädt ein, mit Freude durch Seiten zu spazieren, zwischen Zeilen zu schlüpfen, über Wörter zu stolpern – und dabei die Gedankenräume zwischen Wort, Bild und Buchdeckeln zu dehnen.»

Vielen Dank für diese spannenden Statements!

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