Unbenannt
Käthchen von Heilbronn
nach Heinrich von Kleist
neu erzählt von Barbara Kindermann
mit Bildern von Christa Unzner
Reihe „Weltliteratur für Kinder“
ab 7 Jahre, 36 S., 22 x 30 cm
Halbleinen, Pappband matt kaschiert
Fadenheftung, durchg. 4-farbig
EUR 15,50,
ISBN 978-3-934029-19-4

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Kleists „Käthchen von Heilbronn“ – märchenhaft
illustriert von Christa Unzner
Das Buch:
Vorhang auf für Kleists Käthchen von Heilbronn: Im Frühjahr
erscheint das große historische Ritterschauspiel als achter Band der
Reihe Weltliteratur für Kinder.
Barbara Kindermann hat das beliebte Stück mit viel Gespür fürs
Original nacherzählt und entführt kleine Leser in die Welt des späten
Mittelalters, in der tapfere Ritter um die Gunst einer schönen Edeldame
buhlen, die schließlich ihr wahres Gesicht zeigt, während ein einfaches
Mädchen scheinbar den Verstand verliert und am Ende die wahre Liebe findet.
Christa Unzner hat dazu filigran-schöne Bilder geschaffen, in denen die
spannende Geschichte ihren ganzen Zauber entfaltet. Ein märchenhafter
Lesespaß für die ganze Familie zum Lesen, Vorlesen und Immer-wieder-Anschauen.
Die Erzählerin:
Barbara Kindermann, geb. 1955 in Zürich, studierte
Germanistik, Philosophie und Sprachen in Genf, Dublin, Florenz und Göttingen.
Nach dem Abschluss ihrer Promotion war sie mehrere Jahre als Lektorin tätig
und gab 1993 den 3. Band der Grimmschen Sagen heraus. 1994 gründete sie
in Berlin den Kindermann Verlag, den sie seither leitet.
Die Illustratorin:
Christa Unzner, geb. 1958 in Berlin, wuchs in einem kreativen Elternhaus auf
und zeichnete schon als Kind bergeweise Papier voll. Nach einer Ausbildung
zur Schaufenster-dekorateurin studierte sie 1976 – 1979 Gebrauchsgrafik
an der Fachhochschule für Werbung und Gestaltung in Berlin. Seither arbeitet
sie als freiberufliche Illustratorin im In- und Ausland und hat zahlreiche
Kinderbücher illustriert. Sie lebt mit ihrem Mann in Managua.
DIE PRESSE:
"... ein besonders gelungenes Exemplar der Reihe."
Berliner Zeitung
"Kindermann gelingt es auch hier, den klassischen Stoff
kindgerecht zu bearbeiten, ohne die Vorlage zu banalisieren."
3sat
"Eine gute, kindgerechte Einstimmung in die Zeit der alten Ritter und
deutschen Romantik, den Zauber des Märchens und das Wunder der Liebe."
Münchner
Merkur
Leseprobe:
Theobald erhob sich. „Ihr hohen heiligen Herren. Meine Tochter, das
Käthchen, ist ein Kind so recht nach Gottes Lust gewesen! Wenn sie über
die Straße ging, so flüsterte man von Fenster zu Fenster: Das
ist das Käthchen von Heilbronn, sieht sie nicht wie ein Engel aus? So
war sie, Ihr Herren, bevor dieser Schuft sie verhext hat.“
Theobald zeigte erbost auf den Grafen vom Strahl.
„
Nun, und wie und wann hat er sie verhext?“, wollte der Richter wissen.
„
Wie? Das weiß ich nicht, Ihr Herren! Durch Zauberei wohl, schwarze Magie.
Aber wann, das weiß ich genau. Eines Mittags geschah es, als er nur fünf
Minuten in meiner Werkstatt war, um sich die Rüstung ausbessern zu lassen.“
„
Was?“, fragte der Richter erstaunt, „am helllichten Tage?“,
und Theobald fuhr fort: „Er kommt also in meine Werkstatt, als eben das
Käthchen mit einem silbernen Tablett voll Flaschen und Gläser durch
die Tür tritt. Wie sie den Herrn erblickt, schrickt sie zusammen wie vom
Blitz getroffen, lässt alles fallen und wirft sich vor ihm nieder. Erschrocken
hebe ich sie auf und frage besorgt, was ihr fehle. Aber sie starrt den Grafen
vom Strahl nur an, als ob er ein Geist wäre. Schließlich erholt
sie sich wieder ein wenig und ich bessere die Rüstung aus. Als der Graf
sich verabschiedet und davon reiten will, da stürzt sich Käthchen
erneut vor ihn hin. Ein paar Tage später packt sie ihr Bündel und
tritt vor die Tür. ‚Wohin?‘, fragt die Magd, und sie antwortet: ‚Zum
Grafen vom Strahl‘, und verschwindet.“
„
Das ist nicht möglich!“, rief der Richter ungläubig aus. Verschwindet?“
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